Natürlich kann man die Leistungen
der bisherigen deutschen Wirtschaftsminister unterschiedlich
bewerten. Vermutlich ist es aber doch fair zu sagen, dass die bedeutendsten
Minister in diesem Amt bisher Ludwig Erhard (CDU), Karl Schiller
(SPD) und Otto Graf Lambsdorff (FDP) waren.
Die FDP war es dann aber auch, die Deutschland und den Deutschen
von 1984 bis 1998 nacheinander vier Wirtschaftsminister zugemutet
hat, von denen keiner das nötige Format hatte.
Weniger kompetent als Bangemann, Möllemann, Haussmann und Rexrodt
war in diesem Amt allenfalls Michael Glos (CSU), der 2009 endlich
von Karl-Theodor zu Guttenberg abgelöst wurde, der sich durch
glänzende Rhetorik in kurzer Zeit zu einem Star der deutschen
Politikszene entwickelt hat.
Interessant ist in diesem Zusammenhang
noch der Vergleich
zwischen Ludwig Erhard und Helmut Schmidt:
Beide waren zunächst Wirtschaftsminister und später Bundeskanzler
– aber mit völlig unterschiedlichem
Erfolg.
Ludwig Erhard war in seinen 14 Jahren als erster Wirtschaftsminister
der Bundesrepublik außerordentlich populär. Als ‚Vater
des Wirtschaftswunders’ genießt er bis heute hohes Ansehen.
Als Bundeskanzler (1966-1969) hat er dagegen kaum positive Spuren
hinterlassen. Er gilt zu Recht als einer der schwächsten Bundeskanzler.
Ganz anders Helmut Schmidt: Als Wirtschaftsminister hatte er 1972
kaum Zeit, um sich zu profilieren. Das hatte er vorher schon in
anderen Ämtern getan - und er tat es erst recht in seinen achteinhalb
Jahren als Bundeskanzler (1974-1982). |